Warum schmeckt oder riecht Wasser schlecht und wie lässt sich das Problem beheben?
Wasser kann völlig klar erscheinen, aber dennoch einen unangenehmen Geschmack und Geruch nach Chlor, Metall, Erde, Schwefel oder anderem aufweisen. Manchmal ist die Ursache die natürliche mineralische Zusammensetzung des Wassers, manchmal der Desinfektionsprozess, organische Verbindungen, Substanzen im Brunnenwasser usw.
Die WHO weist darauf hin, dass Trinkwasser nicht nur sicher, sondern auch in Bezug auf Geschmack und Geruch für den Verbraucher akzeptabel sein muss. Dabei bedeutet ein unangenehmer Geschmack oder Geruch nicht automatisch, dass das Wasser gesundheitsschädlich ist – ebenso wenig wie ein guter Geschmack und Geruch die Sicherheit des Wassers garantieren.
Warum ändern sich Geschmack und Geruch des Wassers?
Die organoleptischen Eigenschaften des Wassers werden sowohl durch seine natürliche Zusammensetzung als auch durch die Wasseraufbereitung und das Versorgungssystem beeinflusst. Ursachen für unangenehmen Geschmack und Geruch können sein:
- Natürliche Mineralien und Gase im Wasser;
- Chlor oder andere Desinfektionsmittel;
- Organische Verbindungen;
- Eisen und Mangan;
- Hohe Konzentrationen gelöster Salze;
- Prozesse im Wasserversorgungsnetz oder in den Rohrleitungen des Gebäudes;
- Spezifische Zusammensetzung des Brunnen- oder Quellwassers.
Die WHO weist auch darauf hin, dass der Geschmack und Geruch durch den Wasseraufbereitungsprozess, Ablagerungen und Biofilme in den Rohren oder Änderungen des Wasserflusses beeinflusst werden können.
Chlorgeruch oder -geschmack
In der zentralen Wasserversorgung der Städte ist eine der häufigsten Ursachen Chlor. Chlor und Chloramin werden zur Desinfektion des Wassers und zur Kontrolle von Mikroorganismen im Wasserversorgungsnetz eingesetzt.
Laut CDC kann chlorhaltiges Wasser einen unterschiedlichen Geschmack und Geruch aufweisen, insbesondere wenn die Konzentration relativ hoch ist oder andere Partikel im Wasser vorhanden sind. Auch bei sicheren Chlorkonzentrationen im Trinkwasser ist es möglich, dass Verbraucher den Geschmack oder Geruch wahrnehmen.
Eine der häufigsten Methoden zur Reduzierung von Chlor und vielen geruchs- und geschmacksbildenden organischen Verbindungen ist die Filterung mit Aktivkohle. Laut US EPA wird granulierte Aktivkohle (GAC) zur Adsorption von geschmacks- und geruchsverursachenden Verbindungen, natürlichen organischen Stoffen und einer Reihe organischer Verunreinigungen eingesetzt.
„Faule Eier“ oder Schwefelgeruch
Wenn Wasser einen charakteristischen Schwefel- oder „faule Eier“-Geruch aufweist, ist eine mögliche Ursache Schwefelwasserstoff – H₂S.
Laut USGS kann Schwefelwasserstoff entstehen, wenn Grundwasser mit organischen Stoffen oder bestimmten Mineralien in Kontakt kommt. Daher tritt dieses Problem besonders häufig in Grundwasser- und Brunnenwasser auf.
Wenn der Geruch nur bei der Verwendung von heißem Wasser auftritt, könnte das Problem direkt mit dem Warmwasserbereiter und nicht mit der Wasserquelle zusammenhängen. Wasserqualitätsprogramme von Universitäten weisen auch darauf hin, dass der Schwefelwasserstoffgeruch manchmal in heißem Wasser besonders auffällig ist.
Bei Problemen mit Schwefelwasserstoff reicht die Installation eines gewöhnlichen mechanischen Kartuschenfilters nicht aus. Die EPA zählt die Belüftung zu den Technologien zur H₂S-Entfernung, und je nach Konzentration und chemischer Zusammensetzung des Wassers werden auch Oxidation und anschließende Filtration eingesetzt.
Erdiger oder muffiger Geruch und Geschmack
In Oberflächengewässern, Reservoirs und manchmal auch in der zentralen Wasserversorgung kann ein erdiger, muffiger oder schimmelähnlicher Geruch auftreten.
Die USGS verbindet diese Art von Geruch mit natürlichen organischen Verbindungen, die beispielsweise beim Abbau von Pflanzenmaterial entstehen.
Mit solchen Problemen sind häufig Geosmin und 2-Methylisoborneol (2-MIB) verbunden – Verbindungen, die dem Wasser einen erdigen oder muffigen Geruch verleihen. Laut WHO können Menschen diese Substanzen bereits in sehr geringen Konzentrationen wahrnehmen, wobei der durch ihre Anwesenheit verursachte Geruch an sich keine Gesundheitsgefahr darstellt.
Die WHO weist darauf hin, dass zur Reduzierung von Geosmin und MIB die übliche Koagulation und mechanische Filtration nicht immer wirksam sind, während Aktivkohle eine der weit verbreiteten Methoden zu ihrer Entfernung ist.
Metallischer Geschmack
Ein metallischer, eisenhaltiger oder bitterer Geschmack kann häufig mit der Anwesenheit von Eisen und Mangan im Wasser zusammenhängen.
Grundwasser löst auf seinem Weg durch Gestein und Boden auf natürliche Weise verschiedene Mineralien. Laut USGS können Eisen und Mangan auf diese Weise in Brunnenwasser gelangen.
Eisen und Mangan können Folgendes verursachen:
- Metallischer Geschmack des Wassers;
- Gelbliche, braune oder rötliche Verfärbung;
- Flecken auf Spülbecken, Toiletten und anderen Oberflächen;
- Ablagerungen in Rohren und Geräten.
Das Wasserqualitätsprogramm von Penn State verbindet beide Elemente mit einem starken metallischen Geschmack des Wassers und der Entstehung von Haushaltsflecken.
In diesem Fall reicht ein Aktivkohlefilter allein nicht aus, um das Problem umfassend zu lösen. Die Entfernung von Eisen und Mangan basiert häufig auf Oxidation und anschließender Filtration durch spezielle Filtermedien.
Salziger oder ungewöhnlich bitterer Geschmack
Der Geschmack des Wassers kann auch durch die Menge der darin gelösten Salze beeinflusst werden.
Zum Beispiel legen die sekundären Trinkwasserstandards der EPA für Chlorid 250 mg/L, für Sulfat 250 mg/L und für die gesamten gelösten Feststoffe (TDS) 500 mg/L fest. Diese Indikatoren beziehen sich primär auf die organoleptischen und haushaltsrelevanten Eigenschaften des Wassers und nicht direkt auf die Grenze des Gesundheitsrisikos.
Wenn ein unangenehmer Geschmack durch gelöste Salze oder hohe TDS-Werte verursacht wird, können gewöhnliche mechanische Filter oder Kohlefilter diese nicht effektiv entfernen. In einem solchen Fall ist die Umkehrosmose (RO) eine anwendbare Technologie. Laut EPA kann RO die Menge vieler anorganischer Substanzen und gelöster Salze im Wasser reduzieren.
Wie erkennt man die Problemursache?
Bevor wir ein Filtersystem auswählen, ist es wichtig, die Quelle des Problems zu identifizieren.
Wenn der seltsame Geschmack oder Geruch nur an einem Wasserhahn auftritt, könnte die Ursache in einer lokalen Leitung, dem Wasserhahn oder einem spezifischen Gerät liegen. Wenn das Problem im gesamten Haus besteht, ist die wahrscheinliche Ursache das eingehende Wasser oder das zentrale System.
Es ist auch wichtig zu prüfen, ob der Geruch sowohl im kalten als auch im warmen Wasser vorhanden ist. Bei Problemen nur mit heißem Wasser sollte auch der Warmwasserbereiter überprüft werden.
Für Brunnenwasser empfiehlt die CDC periodische Labortests des Wassers und zusätzliche Analysen, wenn sich Farbe, Geschmack oder Geruch des Wassers ändern.
Welche Filtration wird bei Geschmacks- und Geruchsproblemen eingesetzt?
Ein universeller Filter löst nicht alle Arten von Problemen. Die Technologie muss entsprechend der spezifischen Ursache ausgewählt werden.
| Problem | Mögliche Ursache | Häufige Aufbereitungsmethode |
|---|---|---|
| Chlorgeruch und -geschmack | Chlor / Desinfektionsmittel | Aktivkohle |
| Erdiger oder muffiger Geruch | Geosmin, 2-MIB, organische Verbindungen | Aktivkohle |
| Geruch nach „faulen Eiern“ | Schwefelwasserstoff (H₂S) | Belüftung / Oxidation / entsprechende Filtration |
| Metallischer Geschmack | Eisen, Mangan oder Korrosion der Rohre | Oxidation + spezielle Filtermedien |
| Salziger Geschmack / hoher TDS | Gelöste Salze | Umkehrosmose |
| Unbekannter oder plötzlich auftretender Geruch | Wasserquelle, Leitungen oder mögliche Kontamination | Zuerst Wasseranalyse, dann passende Lösung |
Diese Aufbereitungsprinzipien basieren auf der Übersicht der EPA-Trinkwasseraufbereitungstechnologien. Die Konfiguration eines spezifischen Systems hängt von der Wasserzusammensetzung, den Konzentrationen, dem Verbrauch und der Wasserquelle ab.
Bedeutet schlechter Geruch, dass das Wasser gefährlich ist?
Nicht immer – allein anhand von Geschmack und Geruch ist dies nicht feststellbar.
Die CDC weist ausdrücklich darauf hin, dass einige gesundheitlich relevante Mikroorganismen und chemische Substanzen den Geschmack, Geruch und das Aussehen des Wassers überhaupt nicht verändern. Andererseits können einige Substanzen dem Wasser einen sehr unangenehmen Geruch verleihen, obwohl sie in geringen Konzentrationen kein signifikantes Gesundheitsrisiko darstellen.
Wenn sich der Geschmack oder Geruch des Wassers also plötzlich ändert, sehr intensiv ist oder das Problem ständig wiederkehrt, insbesondere bei Brunnen- und Quellwasser, ist es im ersten Schritt ratsam, eine Wasseranalyse durchzuführen und erst danach die entsprechende Filtertechnologie auszuwählen.
Fazit
Ein unangenehmer Geschmack und Geruch des Wassers kann durch völlig unterschiedliche Ursachen bedingt sein – durch Chlor, organische Verbindungen, Schwefelwasserstoff, Eisen und Mangan, gelöste Salze oder das Wasserversorgungssystem selbst.
Deshalb ist bei der Auswahl eines Filters nicht nur wichtig, wie das Wasser riecht oder schmeckt, sondern auch, was diese Veränderung verursacht. In einigen Fällen reicht eine Filterung mit hochwertiger Aktivkohle aus, in anderen Fällen ist eine spezielle Eisen-Mangan-Behandlung, Belüftung, Oxidation oder ein Umkehrosmosesystem erforderlich.
Eine richtig ausgewählte Filtration überdeckt nicht nur das Symptom des Problems, sondern reduziert auch dessen Ursache.
Quellen
U.S. Environmental Protection Agency (EPA) - Overview of Drinking Water Treatment Technologies
U.S. Environmental Protection Agency (EPA) - Secondary Drinking Water Standards
Centers for Disease Control and Prevention (CDC) - About Choosing Home Water Filters
U.S. Geological Survey (USGS) - Water taste and odor / Groundwater quality resources
Penn State Extension - Iron and Manganese in Private Water Systems